Trends im Internethandel – Mobile Commerce in Deutschland

Die dynamische Entwicklung des Internethandels in Deutschland setzt sich auch im Jahre 2013 weiter fort. Waren über das Internet zu bestellen, ist heute für viele Deutsche zur Selbstverständlichkeit geworden und zwar nicht nur für jüngere Generationen, sondern zunehmend auch für die Ü-50er Generation, die vermehrt einen Beitrag zu den hohen Wachstumsraten leistet. Diese rasante Entwicklung des Internethandels, wird vor allem durch den technologischen Fortschritt ermöglicht. Schnellere Verbindungen, einfache Bedienung der Websites, sicherere Bezahlmethoden, sowie schneller Versand der teilweise sogar kostenlos ist, wie z.B. bei Zalando, tragen alle zu den hohen Wachstumsraten von mehr als 15% über die letzten 5 Jahre bei. Mittlerweile benutzen 84% der deutschen Bevölkerung das Internet und damit einhergehend, erhöht sich zunehmend die Online-Kauffrequenz. Im Jahre 2012, wurden anhand von Euromonitor International, €22.2 Milliarden über den Internethandel in Deutschland erzielt.

Germany Bar Chart 1

 

 

 

 

 

 

 

Retail Value RSP excl Sales Tax, €mn, Current Prices

Source: Euromonitor International

In diesem Sinne hat das Internet den Warenhandel revolutioniert, sowie das Konsumverhalten der Deutschen grundlegend verändert. Heutzutage informieren sich Millionen von Deutschen zuallererst im Internet über das Produkt welches Sie kaufen möchten, vergleichen Preise, Merkmale oder die Qualität der Produkte, lesen Kundenbewertungen und entscheiden letztendlich ob Sie es online bestellen möchten. Die Bequemlichkeit und Zweckmäßigkeit des Internethandels, ist nicht nur in städtischen Gebieten beliebt, sondern vor allem auch in ländlichen Regionen, wo die nächste Einkaufsstraße oder das nächste Einkaufshaus Kilometerweit entfernt sind.

Klassische Einzelhandelsunternehmen haben schon längst auf diese Entwicklungen reagiert und bieten neben dem stationären Handel, zunehmend auch die Möglichkeit über eigene Webshops einzukaufen. Des Weiteren, sind Click & Collect Optionen, wie sie schon bei Karstadt und C&A oder sogar auch bei Rewe und Real möglich sind, eine weitere Entwicklung, die erwartungsgemäß in Zukunft zunehmen wird. Generell, nimmt das Multi-Channelling in fast allen Industriezweigen des deutschen Einzelhandels zu, denn Einzelhandelsunternehmen können sich heutzutage nicht mehr nur auf den stationären Handel verlassen.

Eine neue zusätzliche Dynamik im Internethandel haben die Smartphones und Tablets gebracht. Inzwischen besitzt 1/3 der deutschen Bevölkerung ein Smartphone, Tendenz weiter steigend und auch die Tablets-Besitzer in Deutschland nehmen rasant zu. In dieser Hinsicht ist das so genannte Mobile Commerce (Warenkäufe über mobile Endgeräte) einer der neuesten und sich am schnellsten entwickelnden Trends im Internethandel.

Besonders offen gegenüber dem Mobile Commerce, sind Personen die Vollzeit arbeiten und des Öfteren beruflich unterwegs sind und dementsprechend wenig Zeit zum shoppen haben.

Ebenso lässt sich eine vermehrte Anzahl der weiblichen Bevölkerung, die Smartphones oder Tablets für Einkäufe benutzt, feststellen. Die große Anzahl der mobilen Käufe, wird allerdings über Tablets Zuhause auf dem Sofa getätigt, während Käufe von Schuhen, Klamotten oder Büchern über Smartphones, sich noch in Grenzen halten. Viele deutsche Verbraucher haben hierbei noch Bedenken, wenn es um die Sicherheit beim mobilen Einkaufen geht.

Top-Internetversandhändler wie Amazon, Otto und Zalando haben schon längst eigene Smartphone Online-shops. Saturn hat dieses Jahr nachgezogen und präsentierte den ersten für das Smartphone optimierten Online-Shop mit einem „s@fer-shopping”-Prüfsiegel.

Da eine weitere Steigerung der Käufe über mobile Endgeräte erwartet wird, ist auch zu erwarten das mehr und mehr Internetversandhändler einen Online-Shop für iPhones, iPads oder Android Smartphones entwickeln.

Germany Bar Chart 2

 

 

 

 

 

 

 

Retail Value RSP excl Sales Tax, €mn, Current Prices 

Source: Euromonitor International

Die Vernetzung vom stationärem- und Versandhandel, durch die beschriebenen Trends wie Click & Collect oder Mobile Commerce, intensiviert sich, wovon der stationäre Handel profitieren
kann. Die Verbraucher in Deutschland möchten heutzutage über alle Kanäle einkaufen, sowie ergänzend nutzen können. Ein kostenloser Versand sowie die Möglichkeit zur kostenlosen Rückgabe oder Umtausch, ist ebenfalls eine Komponente die den deutschen Verbrauchern wichtig ist, wie man durch die jüngsten Erfolge von Zalando sehen kann.

Vor allem im Bereich des Online- Modehandels, lassen sich momentan einige interessante Trends beobachten. Beim so genannten Visual Tagging oder dem virtuellen Spiegel, wird das Smartphone zum Kaufberater. Es bezeichnet die Möglichkeit, ein Bild von einem Kleidungsstück auf sein Smartphone hochzuladen, welches man in einem Schaufenster gesehen hat. Anschließend wird virtuell in anderen Shops nach diesem Produkt gesucht, welche dem Nutzer dann in anderen Form- und Farbvarianten angezeigt wird.

Der virtuelle Spiegel wiederum, ist die Möglichkeit auf seinem Smartphone zu sehen, wie ein Kleidungsstück in verschiedenen Farben und Formen auf dem Käufer aussehen würde.

Diese relativ neuen Möglichkeiten wurden bisher allerdings eher selten genutzt und sprechen mehr die weiblichen Verbraucher an.

Insgesamt zeigt aber die Entwicklung solcher Trends, dass schon jetzt und vor allem in der Zukunft die Verflechtung von Versand und– stationären Handel zunimmt. Für den Einzelhandel wird es zunehmend wichtig sein auf diese Trends einzugehen, um in der Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.